Der Rasierhobel – Einleitung

Der Rasierhobel oder auch Sicherheitsrasierer genannt, ist ein Werkzeug zur Nassrasur. Es gibt die verschiedensten Arten von Rasierhobeln. Bis heute durchgesetzt haben sich einfache Systeme, welche i.d.R. aus drei Teilen bestehen. Die Teile sind Griff, Kopfoberteil (Kopfplatte) und Kopfunterteil (Grundplatte). Die Materialien, aus denen die Hobel hergestellt werden, gehen von Messing, und Stahl, die mit einer Versiegelung wie Nickel oder Chrom versehen werden über Bakelit und Kunststoffen hin zu rostfreiem Stahl und Mischmaterialien.

Gillette New Long Comb Improved by Bobs Razor Works

Feather All Stainless Razor AS-D1

In aller Regel trägt die Kopfplatte das Gewindestück, welches in den Griff eingeschraubt wird und so das Kopfunterteil zwischen sich und dem Griff einklemmt und festhält.

Auf dem Bild oben ist ein sogenannter Zahnkammhobel abgebildet. Dieser trägt, wie der Name bereits sagt, Zähne an der Kante. Im englischen Sprachraum wird er auch als „Open Comb“ bezeichnet.
Der Hobelkopf auf dem unteren Bild trägt keine Zähne und ist somit ein „Geschlossener Kamm“ oder ein Hobel mit geschlossener Schaumkante. Beide Varianten haben ihre Vorteile.
Geschlossene Hobelköpfe sind in aller Regel sanfter als Köpfe mit Zahnkamm. Wohingegen diese geeigneter sind, längere Barthaare sauber abzuschneiden. Diese Aussage muss aber nicht für jeden Benutzer Gültigkeit haben.

Ich selber stelle zunehmend fest, dass mit der richtigen Klinge auch ein Zahnkammhobel sehr sanft rasieren kann. Nicht vergessen sollte man bei solchen „Urteilen“ oder plakativen Einteilungen, dass immer auch Tagesform, Bartwuchs, Wetter (kein Witz) – also Kälte – Wärme, die Rasurvorbereitung, usw. Einfluss auf das Rasurergebnis haben können.

Nun schneiden diese Hobel jedoch nicht ohne die Klinge. Eine Rasierklinge ist vonnöten. Das ist ein sehr dünner Streifen Stahl, der auf zwei Seiten geschärft wurde. Auch bei den Klingen gibt es qualitative Unterschiede. Die eine ist sehr scharf, eine andere ist sanft, wiederum eine dritte ist sowohl scharf als auch sanft. Hinzu kommt, dass nicht jeder Hobelkopf mit jeder Klinge dieselben Resultate erzielt. Dem Umstand geschuldet, dass nicht jeder Mensch die gleiche Haut und den gleichen Bartwuchs hat, sind verschiedene Klingen auf dem Markt. Diese gilt es auf seinen präferierten Rasierhobel abzustimmen, damit eine sanfte und gründliche Rasur gelingen kann. Die Rasierklinge wird zwischen der Grundplatte und der Kopfplatte in den Hobelkopf eingelegt und mittels Anschrauben des Griffs im Kopf vorgespannt. Bei einigen Hobelköpfen werden die Rasierklingen stark, bei anderen schwach vorgespannt. Die Vorspannung einer Rasierklinge im Hobelkopf wiederum hat Einfluss auf das Rasurverhalten.

Gillette New Long Comb Improved by Bobs Razor Works

Feather All Stainless Razor AS-D1

Es sind auch verstellbare Rasierhobelsysteme erhältlich, der Merkur Progress, der Merkur Futur, ein Gillette Adjustable und Modelle aus China und Russland. Bei diesen kann der Spalt zwischen der Grundplatte und der Rasierklinge verändert werden.

Sogenannte Zweiteilige Hobel gibt es auch. Diese 2-Teiler sollen das Wechseln der Rasierklinge einfacher gestalten, indem der Schraubmechanismus vom Griffende durch den Griff in die Kopfplatte hindurchgeht. Das Gewindestück an der Kopfplatte ist länger und objektiv vom Rasiergriff trennt sich nur die Kopfplatte. Die Grundplatte ist mit dem Griff fest verbunden. Somit entfällt ein Teil des Gefummels beim Klingenwechsel.

Ebenfalls gibt es sogenannte Butterfly oder TTO (Twist To Open) Hobel. Diese bestehen zwar nicht aus nur einem Teil, können jedoch i.d.R. nicht auseinandergenommen werden und gelten daher als Einteiler. Der Grundgedanke bei dieser Art Rasierhobel ist derselbe wie bei den 2-Teilern. Man schraubt am unteren Ende des Griffs und über eine Mechanik öffnet sich die zweigeteilte Kopfplatte. Man legt die Rasierklinge von oben ein und dreht den Hobelkopf wieder zu – fertig.

Zum Schluss möchte ich auch auf die Single Edge Hobel hinweisen. Diese sind ausgelegt, um eine Rasierklinge mit nur einer Schneide einzulegen. Ich möchte hier die Fabrikate Le Coq, Ever Ready, Valet und GEM nennen, die ich hier auch entsprechend vorstellen werde. Diese Hobel glänzen wenn nicht mehr physisch doch durch ihre Ästhetik und ihr hohes Alter, sind sie doch zum Teil kurz nach der Jahrhundertwende des letzten Jahrhunderts entwickelt worden und hatten bis zur Erfindung des „üblichen Rasierhobels“ ihre Blütezeit neben dem Rasiermesser. Man rasiert sich mit so einem hundert Jahre alten Rasurgerät äusserst sanft und gründlich. Glücklicherweise erhält man auch heute noch Klingen für diese Rasierer.

Somit will ich euch hier nach und nach die von mir genutzten Hobel näher vorstellen.

Mehr über Rasierhobel, Geschichte und Systeme für Interessierte hier: Quelle Wikipedia Rasierhobel

6 Kommentare zu “Der Rasierhobel – Einleitung

  1. Robin sagt:

    Hochwertiger Edelstahl ist ein Stahl, der nicht magnetisch reagiert und rostträge Eigenschaften aufweist (wie die Hobel von Feather, Ikon und Pils).
    Ein Ganzstahlhobel ist zum Beispiel der in diesem Forum in der Vergangenheit vorgestellt Lux-Hobel aus polnischer Produktion. Sieht aus wie aus Edelstahl gemacht, wobei diese Stahlversion allerdings magnetisch reagiert. Also wurde ein nicht ganz so hochwertiger Edelstahl in der Herstellung verwendet.
    Ich habe noch einen französischen Hobel in meiner Sammlung (Valencia), dessen Kopf aus Stahl besteht. Er reagiert magnetisch. An einer Stelle ist die Verchromung abgeplatzt und man sieht einen leichten Rostansatz.

  2. volker sagt:

    Habe so viel probiert z.B. trocken ,nass mit system mit Rasierschaum mit Gel alles mist zu teuer ,haufen Piokel, doch dann klaute ich Papas’s Rasierhobel ca.20-30 Jahre alt mit fein justierung. Gott sei dank! für ein neues Rasiergefühl, habe verschiedene Klingen ausprobiert ca 10 verschiedene mein favoriet sind die Feather geworden!

  3. Ray sagt:

    Danke für diesen Artikel und ihren Blog.

    Ich kann mit eine Rasur ohne Rasierhobel gar nicht mehr vorstellen. Natürlich, wenn man sich das erste Mal mit einem Rasierhobel rasiert muss man sich umstellen und es wird wohl auch den einen oder andere Schnitt geben. Nach der Eingewöhnungsphase aber, will man nie mehr zu einem Gillette zurückkehren.

    Ich hasse es immer, wenn ich nur nur mit Handgepäck verreise und keine Klingen mitnehmen kann.

    Falls du interessiert bist, ich habe vor kurzem auch über dieses Thema auf meinen Blog einen Artikel zum Thema Rasierhobel publiziert: http://mannbibel.com/wordpress/2015/01/05/1-rasiere-dich-wie-ein-mann-mit-einem-rasierhobel/

    Danke und Gruss
    Ray

    • nassrasieren sagt:

      Hallo Ray
      Danke für deine Anerkennung.
      Ich werde gerne deinen Blogeintrag lesen.
      Mir ging es wie du beschreibst. Nie mehr zurück zu den modernen Hobeln, nachdem man sich an sie Rasur mit den „einfachen“ Geräten gewöhnt hat.

  4. Gerd sagt:

    Ich hoffe, dass ich hier eine Antwort finden kann, die Suche bei google war bislang leider erfolglos…
    Ich habe meine erste Rasur mit dem „Hobel“ hinter mir, und nun wüsste ich gerne, ob ich den Rasierer danach noch irgendwie besonders behandeln muss – muss ich ihn aufschrauben und abtrocknen, oder etwas dergleichen? Oder einfach liegenlassen bis zum nächsten Gebrauch?

    • nassrasieren sagt:

      Hallo Gerd
      Die heute verwendeten Klingen sind rostfrei.
      Ich schraube den Hobel nach der Rasur leicht auf und spüle den Hobelkopf und die Klinge heiss aus.
      Danach schraube ich den Kopf wieder zu und trockne den ganzen Hobel aussen gut ab. Der Hobel wartet dann auf die nächste Rasur, bzw. Darauf, dass er wieder benutzt wird (wenn man viele Hobel hat).
      Zwischendurch zeigt es sich auch an, eine Klinge zu benutzen, bis sie ziept. Dann kann man sie bereits nach der Rasur in den frischen Hobel legen und den benutzten Hobel sorgfältig auswaschen. Je nach Gusto und Anzahl von Hobeln.

      Sofern die Hobel stets gut getrocknet werden, geschieht ihnen im normalen Betrieb nichts.

      Ich hoffe mit meiner Antwort gedient zu haben.

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