Feather AS-D1

All Stainless Razor klingt ja schon einmal sehr rostfrei.

Der Feather lotet für mich die Spanne zwischen Nostalgie und Technik an der ganz äusseren Ecke Technik aus. Er kommt sehr technisch daher, glänzt nicht, sondern erscheint in seiner matten Stainless-Optik sehr wertig. Erst dachte ich, ich müsse noch die Reste des Fabrikationsfetts entfernen, wie man das manchmal an Autoteilen tun muss. Aber das war natürlich Quatsch.

Der Feather AS-D1 ist ein reiner 3-Teiler, bestehend aus Griffstück, Kopfplatte mit Gewindestück und Grundplatte. Keine Verstellung des Klingenspalts. Die Verarbeitung ist über alle Zweifel erhaben – so wie man es für diesen Preis erwarten kann. Die Riffelung am Griff ist makellos und die Grund- und Kopfplatte sind frei von Bearbeitungsspuren. Auf Grund der fehlenden Veredelung mit Chrom oder Nickel dürfte er mit Fug und Recht als antiallergen durchgehen, gerade so, wie ein chirurgisches Instrument. Die Kopfplatte ziert der Schriftzug FEATHER® All Stainless Razor.

Als ich eine Personna Lab Blue einlegte, dachte ich kurz – der wird nicht rasieren. Zu klein schien mir die Angriffsfläche für die Klinge, die imho nicht oder kaum über die Schaumkante hervorlugt. Der Abstand zur Kante schien mir auch eher sehr gering, irgendwie mutete es mich an, wie wenn sich die Klinge verstecken wollte.
Als ich das erste Mal dieses wirklich ästhetisch schöne Rasurgerät ausprobierte, führten eine Vielzahl von unbekannten Parametern in diesem Rasursetup (unbekannte Klinge, unbekannter Hobel, unbekanntes, erstmals genutztes Pre-Shave-Öl) zu einer nicht ganz repräsentativen Rasur.

Ich begann also mit der Rasurarbeit nachdem ich die üblichen Vorbereitungen gewissenhaft durchgeführt hatte. Ich stellte fest, dass der Feather AS-D1 innerhalb eines sehr kleinen „Winkelfensters“ rasiert. Stellt man den Hobel zu steil an oder zu flach, geht nichts, oder nur äusserst wenig. Die Stoppeln bleiben stehen und es muss drüber geschabt werden. Also habe ich mich auf kurze Züge verlegt und genau darauf geachtet, dass ich den Winkel richtig halte. So konnte ich schon sehr viel Gutes tun und das Gesicht wurde zunehmend glatter. Ich benötigte jedoch sämtlichen Schaum, den meine La Toja gespendet hatte (das kam noch nie vor) und hatte immer noch Mühe überall wirklich ein glattes Gesicht hinzukriegen.

Letztendlich mit Schaben, Zwischenseifen, Schaben, usw. usf. gelang eine Rasur, die ihresgleichen suchen muss – aber weit.

Ich habe absichtlich ausgelotet, was meiner Haut zugemutet werden kann, weil ich es wissen wollte. Ich bin erst einmal vom Feather AS-D1 sehr überzeugt. Er ist ein wahrer Samuraï, der seinen Ehrenkodex eingehalten hat und für den Schutz seines Herrn voll und ganz eingestanden ist. Trotz des exzessiven extreme-spot-shaving (hab ich erfunden) leide ich unter keinen schädlichen oder auch nur lästigen Nebenwirkungen wie etwa Rasurbrand, Blutpunkte oder gar Cuts.

Dennoch ist dieser Rasierhobel, gerade wegen des kleinen Winkelfensters in dem er arbeitet, nicht einfach zu handhaben. Gerade weil sich die Klinge hinter der Schaumkante zu verstecken scheint, fordert er den Mann heraus. Dieser Rasierhobel will richtig bedient werden und fordert trotz seiner Sanftheit ganze Konzentration und Kontrolle.

Mein Fazit für’s Erste:
Der Feather AS-D1 ist ein ultrasanfter Rasierhobel, der mit der richtigen Rasurvorbereitung und einer sanften Klinge eine echt geile Arbeit abliefert, sobald man den richtigen Dreh gefunden hat.
Der Feather AS-D1 kommt auch gut mit ein wenig Druck zurecht. Sanft gleitet er (gewissenhafte Rasurvorbereitung und richtige Klingenwahl vorausgesetzt) über die Gesichtshaut. Sogar, wenn mehrfach und wiederholt über dieselbe Stelle rasiert wurde, reagierte meine Haut zumindest nicht negativ.

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