Einführung in die Rasur mit Stil

Geschätzter Leser

Ich hatte am Sonntag, 15.02.15 die grosse Ehre, vier Novizen in die Geheimnisse der stilvollen Nassrasur einzuweihen.

Vier Junge Männer, einer davon mein jüngerer Sohn und drei seiner Freunde, haben mich bereits seit einiger Zeit bekniet, ihnen doch einmal eine Einführung in die Nassrasur zu geben. Das tat ich natürlich gerne. Mein Anspruch war es, den jungen Herren ein stilvolles und unvergessliches Erlebnis zu bieten. Also meine Frau musste einen Speckgugelhopf backen und auch sonst für das leibliche Wohl sorgen. Ich derweil habe etwas schriftliches verfasst, um ihnen ein Hand-Out abgeben zu können.

Dann bin ich an die Kramgasse in Bern gegangen und habe den drei Freunden meines Sohnes je zwei Rasurtücher gekauft. Andreas Elmer steuerte noch ein Produkt zur Behandlung von Hautunreinheiten bei (Vielen Dank an dieser Stelle an dich, sie haben sich sehr gefreut und es wurde bereits angewendet). Dann habe ich noch vier Visitenkarten von nassrasieren.ch mitgenommen und habe mich in den Grossverteiler begeben. Dort habe ich ein paar Mustermengendosen gekauft.

Durch eine schöne Geste meines jungen Freundes Christophe, kam ich überraschend zu einer Packung Klar Kabinett Rasierseife. Davon habe ich aus einem Riegel drei Stücke geschnitten und diese in Aludosen gelegt und diese wiederum mit einem Label versehen.
Dann habe ich in die Mustermengendosen Proraso Pre Shave abgefüllt und zusätzlich wurden die jungen Herren Nutzniesser der Muster von Penhaligon’s Bayolea, die hatte ich für das Nassrasurtreffen vom Freitag, 13.02.15 vorbereitet gehabt.
Ebenfalls habe ich jedem von ihnen einen Klingensampler mit den üblichen Verdächtigen zusammengestellt.

Derart ausgerüstet nahmen die vier jungen Herren an meinem Esstisch Platz.

Nach einer kurzen Einführung, in der ich erst einmal beeindruckt das von ihnen mitgebrachte Rasurwerkzeug begutachtete, gab es ein wenig Theorie und Materialkunde, danach ging es in den handwerklichen Teil über.

Die jungen Herren stellten intelligente Fragen und waren sehr interessiert und konzentriert bei der Sache. Während die einen sich noch schnuppernd mit meinen Seifen auseinandersetzten und den Unterschied zwischen dieser und jener wissen wollten, waren die anderen dabei meine Sammlung von allerlei Rasiermessern und -hobeln anzusehen. Natürlich wollte man auch dazu Hintergrundinformationen. Es wurden Schrägschnitter mit Torsionern und Gillettes untereinander verglichen und vieles mehr.

Scherz auf meine Kosten.
Natürlich kam auch der Spass nicht zu kurz. Da die jungen Herren wussten, wie ich zu synthie Pinseln stehe, nämlich vorurteilsbehaftet, war Luca am Samstag noch in der Stadt und besorgte sich den Synthie von L’Occitane, um mich herauszufordern. Er hatte zwar eine Woche zuvor Geburtstag und zu diesem Ereignis von seinen Eltern ein Nassrasurset bekommen. Dieses enthielt auch einen Thäter Pinsel bester Qualität. Aber er wollte sich diesen Jux, oder die Gelegenheit zur Diskussion nicht entgehen lassen und rasierte sich mit dem Sinthie.

Ich muss im Nachhinein sagen, dass ich den Puschel in der Hand hatte, mit ihm sogar auf der wirklich harten Sandalwood im Handumdrehen prächtigen Schaum erzeugte. Mein Fazit über diesen Pinsel: Ein gutes Produkt ohne das „Gewisse Etwas“, aber dennoch ein guter Pinsel.

Schliesslich ging es daran, sich zu rasieren. Sofort war der erste gewählt. Mein Sohn gestand mir, dass er bisher wieder auf (ihr entschuldigt) Dosenschaum ausgewichen sei, weil er seine Rasierseife nicht vertragen habe. Also wurde eine Rasierseife ausgewählt, die er vertragen sollte, Rose&Potter.

Severin RdT Severin

Severin und seine Rasur des Tages

Einer nach dem Anderen stellte sich an den Waschtisch und begann, sich zu rasieren. Livio hat es duftmässig die PPF Neroli angetan.
Er leistet im Moment noch seinen Militärdienst ab und hat sein Equipment von mir als Beilage im sogenannten „Fresspäckli“ vorgefunden. Der Pferdehaarpinsel gehörte ehemals meinem Freund Rainer. Auch dieser Pinsel wird in Ehren gehalten.

Livio RdT Livio

Livio und seine Rasur des Tages

Danach war Simon an der Reihe. Er hatte sich zuvor durch meine Seifen geschnuppert und war bei der Fitjar Fjelheim hängen geblieben.

Simon beim Schäumen

Da er der Einzige der vier war, der noch keinen eigenen Rasierpinsel hatte, war das die Gelgegenheit, ihm als Einstand den Mühle Stylo mit Dachszupf abzugeben. Ich habe anlässlich eines Treffens vor einiger Zeit diesen Pinsel meinem Freund Georges abgekauft. Er ist in gute Hände übergegangen.

Simon RdT Simon

Simon und seine Rasur des Tages

Last but not least, Luca, der in Winterthur Journalismus studiert und sich bereit erklärt hat, für meinen Rasurblog einen Artikel zu schreiben. Er wählte aus meinen Seifen die Tripple Milled Sandalwood von Taylor of Old Bond Street.

Luca beim Rasieren

Wir wir sehen, alles junge, aufstrebende Geniesser.

Luca RdT Luca

Luca und seine Rasur des Tages

Da ich im Moment handicapiert bin, weil ich mir vor zwei Wochen den Daumen beim Volleyball verletzte, konnte ich den Jungs die Klar Kabinett nicht in die Dosen raspeln. Da jedoch, nachdem ich ihnen gesagt hatte, dass „man“ das eigentlich so macht, das Interesse bestand, das genau so zu tun, holte ich ihnen meine Seifenraspel und die jungen Herren legten beherzt los. Diese Bilder will ich euch nicht vorenthalten.

Nach der Rasur durfte jeder nach seinem Gusto sich ein Rasierwasser aus meinem Bestand auswählen, und sich damit beduften. Interessanterweise benutzt z.B. Simon zu Hause Alt Innsbruck. Das blaue Floid war bei den Gewählten genau so dabei, wie das Edel45 und für Luca das passende AS zur von ihm gewählten Seife, Sandalwood von ToOBS.

Rasierseife raspeln SimonRasierseife raspeln LucaRasierseife raspeln Livio

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich konnte mich dem allgemeinen Interesse nicht entziehen und musste eine Messerrasur durchführen. Hier auch mein Bild dazu.

RdT Mike

Daraufhin gab es interessante Diskussionen über das Erlebte, über das neue Hautgefühl und das gute Gefühl, das zurück geblieben ist.
Natürlich gab es auch den feinen Speckgugelhopf meiner Frau mit einem wunderbaren Bier nach getaner Arbeit.
Rasierseifen und Duftwässerchen machten erneut am Esstisch die Runde und es wurde angeregt über Klingen und Hobel diskutiert.
Alles in Allem war das ein wunderschöner Anlass, der den jungen Herren und mir sehr gefallen hatte.
Ich möchte hier noch einmal all meinen Freunden danken, die alle (obwohl unwissend) ihren Beitrag am Gelingen und an der Ausbildung von Novizen geleistet haben.

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