Rasur mit dem Rasierhobel

Es gibt Rasierhobel, die für Klingen mit zwei schneidenden Klingenseiten, sogenannte Double Edges, oder für Klingen mit nur einer schneidenden Klingenseite, sogenannte Single Edges, ausgelegt sind.

Der Rasierhobel besteht aus einem Kopf und einem Griff und man unterscheidet grob Zweiteiler und Dreiteiler. Die Verschiedenheiten können unter „Der Rasierhobel – Einleitung“ nachgelesen werden.

Wenn ich mich mit einem Rasierhobel rasieren möchte, egal welches Fabrikat, lege ich zuerst eine Klinge meiner Wahl in den Hobelkopf ein.

Nach dem Auftragen des Rasierschaums (aus einer ehrlichen Rasierseife oder -creme aufgeschlagen – Den Dosenschaum habt ihr ja entsorgt) auf die zu rasierende Gesichtspartie und der für mich notwendigen, oder gewünschten, Einwirkzeit kann ich loslegen. Das tue ich, indem ich den Hobel mit der einen Seite am Gesicht ansetze und mit der Wuchsrichtung des Bartes in einem Strich über die Haut „hoble“. Ich achte in meinem eigenen Interesse darauf, dass ich den Hobel sanft ans Gesicht setze und ihn nur rechtwinklig zur Schneide und nicht seitwärts ziehe, denn die Rasierklingen sind wirklich scharf. Aber das ist ja bei Systemklingen auch nicht anders.

Eine gründliche Rasur besteht bei mir standardmässig aus 3 Durchgängen. Mit dem Bartwuchs (mit dem Strich), gegen den Bartwuchs (gegen den Strich) und quer zum Wuchs. Je nach Rasierhobel – und es gibt hier gewaltige Unterschiede, gerade auch in Verbindung mit verschiedenen Klingenfabrikaten und -arten – benötige ich nur zwei Durchgänge mit und gegen den Strich, oder aber auch alle drei Durchgänge mit anschliessendem Ausputzen.

Zu Beginn ist es ratsam, an der Wange zu beginnen und da die Barthaare dort i.d.R. nach unten wachsen setze ich mit dem Hobel oben an den Kotteletten an und ziehe ohne Druck auf den Hobel diesen am Griff nach unten. Im Jargon wird oft auch von Nord/Süd gesprochen. Bei diesem, ersten, Durchgang wird schon sehr viel Barthaar gekappt und ich warne noch einmal davor, Druck auf den Hobelkopf auszuüben. Mit zunehmender Routine und Kenntnis der Geräte und Kombinationen sowie der Belastbarkeit und Reaktion seiner Haut wird jeder früher oder später selber an die Grenzen des Möglichen gehen. Aber als Rasieranfänger erfolgt auf einen auf die Haut aufgedrückten Rasierhobel die Strafe in Form von Rasurbrand auf dem Fuss. Die Gesichtshaut muss sich erst an die neue, unbekannte Belastung gewöhnen.

Ich habe mein Gesicht in 7 Zonen eingeteilt. Diese sind:
– beide Wangen bis zum Kiefer
– beide Halsseiten vom Kiefer an
– die Halsmitte mit dem Adamsapfel und leicht links und rechts davon,
da dort die Haare komischerweise in die Gegenrichtung wachsen.
– Kinn links und
– Kinn rechts (ich bin Teilbartträger).

Ich rasiere also erst die eine Wange, danach die andere. Die eine Halsseite, danach die andere. Dann den Rest.
Wichtig hier ist, dass immer nachdem eine Seite rasiert, der Hobel ausgespült ist, wieder Rasierschaum aufgelegt wird, damit die Haut schön feucht bleibt.

Sind alle Zonen Nord/Süd rasiert, erfolgt ein zweiter Durchgang. Dieser kann, je nach eigener Präferenz, Kenntnis oder Erfahrung mit dem Rasiergerät oder der Kombination Gerät/Klinge entweder Süd/Nord oder quer erfolgen.

Die beiden Hobelseiten werden abwechselnd benutzt. Eine Gesichtszone rasieren, Hobel auswaschen, diesen ablegen, mit der unbenutzten Seite oben. Gegenüberliegende Gesichtszone rasieren, Hobel auswaschen, diesen ablegen, zuvor benutzten Hobelseite oben. Mit dieser Art des Rasierens stelle ich sicher, dass ich die Rasierklinge gleichmässig abnutze.

Wie rasiert er sich dann mit einem open/closed comb Rasierhobel, dem iKon H20 oder dem OSS zum Beispiel?
Ganz einfach. Der erste Durchgang wird mit dem open comb rasiert bis fertig, die nachfolgenden Durchgänge werden mit dem closed Comb durchgeführt bis fertig – oder je nach Gusto gerade umgekehrt. Es gibt auch noch die Möglichkeit bei solchen Hobeln nur die eine Seite, die man lieber hat zu benutzen und nach dem Reinigen des Hobels die Klinge zu drehen.

Wie ihr das haltet mit Einseifen, Klingenseiten benutzen, usw. muss euch selber überlassen werden. Ich habe verschiedene Reaktionen (für die ich mich herzlich bedanke) auf die Beschreibung „meiner Art“ des Rasierens erhalten. Sicher kann man auch einen Durchgang ohne Zwischenseifen und mit der gleichen Klingenseite abschliessen. Letztlich ist nur Wichtig, eure Vorliebe zu finden, eure Fertigkeit auszubauen. So wird jeder früher oder später „seine“ Art des Rituals finden.

Sind nun noch Fragen offen, zögere nicht und poste einen Kommentar.

Ein Kommentar zu “Rasur mit dem Rasierhobel

  1. Ray sagt:

    Eine sehr gute Erklärung mit den einteilen des Gesichtes.

    Ich habe es mir selbst ähnlich eingeteilt und wie du sagst, mit genüg Erfahrung kann man die meisten Stellen auch von Süd zu Nord rasieren.

    Ausser der Hals, dort verzichte ich auf Süd zu Nord und rasiere nur von oben nach unten. Alles andere führt bei mir zu einer zu starken Hautreizung.

    So muss jeder seine eigenen Erfahrungen (http://www.mannbibel.com/wordpress/2015/01/05/1-rasiere-dich-wie-ein-mann-mit-einem-rasierhobel/) machen.

    Gruss
    Ray

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